Scharhörn – Vogelschutzinsel im Hamburgischen Wattenmeer.

Erleben Sie die Brut- und Raststätte seltener und seltenster Seevögel. Besucht werden kann Scharhörn zu Fuß durchs Watt oder mit dem Wattwagen: Dauer inklusive Aufenthalt ca. 4 Stunden. Nach telefonischer Anmeldung bei dem auf Scharhörn lebenden Vogelwart (Tel. 04721 28584). Der Ihnen zeigt und erzählt, was seine Vogelwelt hier ausmacht. Spannendes Paradies für (Hobby-)Ornithologen.

Wie viele der Neuwerk besuchenden Gäste kommen hauptsächlich der Vögel wegen? Wie viele – als naturinteressierte Besucher – wenigstens zum Teil? Dies lässt sich wohl kaum beantworten, sicher ist jedoch: es sind nicht Wenige und der Status der Region als Nationalpark und seit Kurzem auch Welterbestätte trägt sicherlich dazu bei.

Mit dem Status des Hamburgischen Wattenmeeres als Nationalpark gehen gewisse Beschränkungen für den Besucher einher. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Region auch weiterhin ihre überaus wichtige Funktion als Brut- und Rastgebiet für Vögel, aber auch als Lebensraum für viele weitere, das Wattenmeer bewohnende Organismen wahrnehmen kann. Auf der anderen Seite vereinfachen die Regelungen zum Betreten der verschiedenen Zonen des Nationalparks die Aufzählung der interessantesten Beobachtungsorte: die Insel Nigehörn ist gänzlich den Pflanzen und Tieren vorbehalten, die Insel Scharhörn kann nur bei Niedrigwasser im Rahmen einer kurzen Führung durch den das Schutzgebiet betreuenden Vogelwart besichtigt werden, die Wattgebiete dürfen in weiten Teilen nicht oder nur auf markierten Wattwanderwegen betreten werden. Dem Vogelbeobachter bleibt also vornehmlich die Insel Neuwerk.

Diese ist nun mit ihren etwa 3 km² recht überschaubar, so dass nahezu die gesamte Insel während eines Tages der intensiveren Vogelbeobachtung gründlich erforscht werden kann. Die Vorländer beherbergen zur Brutzeit große Seevogelkolonien, so kann man hier mehreren hundert Brandseeschwalben bei ihrem Brutgeschäft zuschauen, ohne den öffentlichen Weg verlassen zu müssen. Große Gänseschwärme in Frühjahr oder Herbst, das Brutgeschäft von Austernfischern – klassische Küstenvögel lassen sich hautnah beobachten. Aber auch völlige Abgeschiedenheit und Ruhe im spätherbstlich verwaisten Vorland – geteilt nur von Schneeammer, Austernfischer und Raufußbussard – lässt sich hier erleben.
Viele Singvögel nutzen die zahlreichen Gehölze des Innengrodens zur Rast während der Zugzeiten. Hier bietet der parkartig gestaltete Herrengarten am Leuchtturm gute Beobachtungsbedingungen. So sind verschiedene sibirische Laubsänger im Herbst ganz regelmäßige Erscheinungen.

Bisher wurden über 300 Vogelarten im Nationalpark nachgewiesenen. Das macht deutlich: es gibt immer etwas zu beobachten oder gar Neues zu entdecken. Und sollte man sich an den Tausenden rastenden Ringelgänsen irgendwann sattgesehen haben, dann kann man ja beginnen, die immer wieder auftretenden Vögel der hellbäuchigen oder pazifischen Unterarten herauszusuchen, die von Spitzbergen, Grönland, Ostsibirien oder gar Nordamerika ihren Weg nach Neuwerk gefunden haben. Kurz: es gibt gar keine falsche Zeit für Neuwerk besuchende Vogelbeobachter.